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Gram Vikas: Nicht nur Toiletten, sondern Menschenwürde aufbauen
Gram Vikas' Wasser- und Sanitärversorgungsprogramm überwindet Klassen und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, mit dem Ziel Toiletten und Baderäume zu bauen und um eine fliessende Wasserversorgung zu gewährleisten. Das Resultat sind stärkere und selbstbewusste Gemeinschaften, eine verbesserte Gesundheit, mehr Mädchen an Schulen und wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Gram Vikas erreicht bis zu 1'099 Behausungen mit 66'561 Familien, also eine Bevölkerung von über 354'000 Leuten. Zur Zeit sind das 943 gesunde, gut ausgebildete, in sich verbündete und florierende Gemeinschaften mit der Fähigkeit, Konflikte zu lösen, komplexe Projekte zu planen und Regierungsvertreter herauszufordern, Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität anzubieten.
Ausgesuchte Stämme und Gesellschaftsklassen (Dalits, ehemalige „Unberührbare“) und andere arme und marginalisierte Gemeinschaften, vor allem deren Frauen.
Aus über drei Jahrzehnten Arbeit in Orissa und an anderen Orten hat sich Gram Vikas einen guten Ruf für durchdachte und produktive ländliche Entwicklung erschaffen. Die erlangte Glaubwürdigkeit ermöglicht Gram Vikas die Politik lokal und national erfolgreich zu beeinflussen. Neben formalen Gremien involviert Gram Vikas die ganze Gemeinschaft und stärkt das Engagement der Menschen, so dass möglichst viele einflussreiche Leute für diesen Wandel mobilisiert werden können. Die Mobilisierung von Gemeinschaften, die dem Zweck dient, die örtlichen Behörden zu beeinflussen, kreiert die erforderliche Dynamik. Damit soll erreicht werden, dass das Projekt von der Panchayat Regierung und auf Blockebene getragen und geleitet wird.
In einer Demonstration der Nachhaltigkeit und der Realisierbarkeit des Projekts hat NABARD (The National Bank for Agriculture & Rural Development) den Wert von Gram Vikas' Modell der Wasser- und Sanitärversorgung erkannt und durch ein offizielles Rundschreiben alle verstaatlichten Banken angewiesen, Kredite an Familien zu vergeben, welche ein Gram Vikas Modell für sanitäre Anlagen bauen wollen.
Gram Vikas unterscheidet sich von anderen Organisationen, die in diesem Gebiet arbeiten, durch Folgendes:
ERSTENS: Gram Vikas' Modell basiert auf der Gemeinschaft. Nur wenn sich die ganze Gemeinschaft bereit erklärt einen Fuss nach vorne zu setzen, wird das Programm fortgesetzt. Denn ohne 100% Einbeziehung ist die Beseitigung von Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden, unmöglich – nur eine Person, die die sanitären Anlagen nicht ordnungsgemäss benutzt, kann die Wasserversorgung des ganzen Dorfes verunreinigen. Indem Gram Vikas auf den 100% beharrt, wird die Gemeinschaft dazu gedrängt, sich mit uralten Praktiken der Diskriminierung zu konfrontieren.
ZWEITENS: Gram Vikas' Programm liefert Wasser- und Sanitärversorgung, während die meisten anderen auf diesem Gebiet nur das eine anbieten.
Die innovativen Praktiken, welche im MANTRA Modell integriert sind, sind der 100% Einbezug und Kostenbeteiligung der Gemeinschaft in Bezug auf Innovation bei Prozessen und technologischen Entwicklungen im Zusammenhang mit induzierter Abflussrohrtechnik.
Das MANTRA-Programm ist auf drei unterschiedliche Arten skalierbar: Expansion, Replikation und durch Partnernetzwerke.
EXPANSION: Gram Vikas hat bewiesen, dass seine Projekte skalierbar und replizierbar sind. Bis heute wurden 943 Dörfern und 55'419 Familien geholfen. Gram Vikas' langfristiges Ziel ist es, 100'000 Familien in Orissa bis zum Jahr 2016 zu erreichen.
REPLIKATION: Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Projekt einen starken „Demonstrations-Effekt“ hat. Wenn ein Dorf das Programm verabschiedet und die Auswirkungen spürbar werden, bringen Dörfer in der Nähe zum Ausdruck, dass sie das Projekt auch gerne implementieren möchten. Die Begünstigten werden zu Botschaftern und deren Bekräftigungen haben viel zu der Expansion von heute beigetragen. Auch sind Nachfragen von Panchayats (gewählten Gemeinderäten) und Politikern eingetroffen. Das Projekt wurde bereits in anderen Indischen Staaten nachgebildet. Sobald entsprechende Partnerorganisationen gefunden worden sind, wird weiteres Know-How über das MANTRA-Modell vermittelt.
PARTNERNETZWERKE: Gram Vikas teilt das MANTRA-Modell mit anderen NGOs in Orissa und darüber hinaus, betreut häufig Informationsbesuche von Dorfbewohnern und Delegationen. Auf ihre Anfrage hin wird technische Unterstützung und eine Ausbildung in Motivationspraktiken für andere NGOs, CBOs und private und öffentliche Organisationen zur Verfügung gestellt, um den Expansionsprozess fortzusetzen.
Gram Vikas finanziert seine Arbeit aus drei verschiedenen Quellen: Regierungszuschüsse, Beiträge der Begünstigten sowie Spenden.
In Bezug auf die sanitären Anlagen liegen die durchschnittlichen Kosten einer Toilette und eines Badezimmers bei Rs. 16'000 pro Familie, von denen Rs. 4'000 als Leistungsanreiz und Sozialabgaben von der Regierungen beigesteuert, Rs. 4'000 als Bankdarlehen und Rs. 8'000 von den einzelnen Haushalten in Form von Arbeit, Material und etwas Bargeld beigetragen werden. Wenn eine Familie mehr Unterstützung braucht, kann ein grösseres, langfristiges Darlehen in Betracht gezogen werden.
Die Wasserversorgung basiert zu rund 80% auf Zuschüssen der Regierung, der Rest wird in der Regel von der Dorfgemeinschaft in Form von Material- und Arbeitskosten gemeinsam finanziert.
Um das Ziel von 45'000 weiteren unterstützten Familien bis zum Jahre 2016 zu erreichen, wird Gram Vikas in Personal- und Ausführungskosten investieren müssen, welche um Rs. 5'000 pro Familie liegen werden. Um das Modell massstabsgetreu umsetzen zu können, werden bis zum Jahr 2016 zusätzliche Mittel aus Zuschüssen und Spenden von ca. Rs. 45'000 bis zu Rs. 225'000'000 benötigt.
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